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Human Powered Mobility als Gesundheitsressource ^
Das Potential von körperlicher Aktivität als vielfältige Gesundheitsressource ist in der wissenschaftlichen Literatur gut belegt. Bereits eine halbe Stunde moderater Bewegung im Tag hat eine Schutzwirkung vor vielen chronischen Krankheiten. Für einen positiven Effekt genügt es, etwas ausser Atem zu kommen und den Puls zu beschleunigen. Eine schweisstreibende Aktivität ist nicht obligat. Zudem kann die halbe Stunde körperliche Belastung in von der Wirkung her gleichwertige Perioden von 10 Minuten unterteilt werden. Adaptiert an den Alltag entspricht diese Empfehlung zügigem Gehen oder dem üblichen Tempo beim Velofahren und damit der Human Powered Mobility.

In der Bevölkerung hat die individuelle Gesundheit einen hohen Stellenwert. Mit der Aussicht auf gesundheitlichen Gewinn lassen sich Menschen eher motivieren, vermehrt zu Fuss oder mit dem Velo eventuell in Kombination mit dem öffentliche Verkehr unterwegs zu sein und so eine umweltschonendere Mobilität zu praktizieren.

Der Bewegungsmangel in der Schweiz & seine volkswirtschaftlichen Kosten ^
Die Daten aus den Gesundheitsbefragungen von 1992 und 1997 und einem er- gänzenden Bewegungssurvey 1999 zeigen, dass über ein Drittel der Schweizer Bevölkerung sich nicht gemäss den Mindestempfehlungen für körperliche Aktivitä- ten bewegt und damit körperlich ungenügend aktiv ist. Nach Schätzungen in einer Arbeit des Instituts für Sozial- und Präventivmedizin Zürich «Die Kosten der kör- perlichen Inaktivität in der Schweiz» führt der Bewegungsmangel jährlich zu 1,4 Millionen Erkrankungen, 2000 Todesfälle und direkte Behandlungskosten von 1,6 Milliarden Franken. Ein Viertel der Herz-Kreislauferkrankungen, des Nicht-Insulin- pflichtigen Diabetes mellitus, der Osteoporose und des Kolonkarzinoms werden auf den Bewegungsmangel zurückgeführt. Für die Hypertonie, Rückenbeschwerden oder das Mammakarziom liegt der Anteil zwischen 12% und 15%. Bemerkenswert das Resultat von 44% (leichten bis mittelschweren) Depressionen, die auf körper- lich ungenügender Aktivität beruhen. Aus diesen Zahlen lässt sich der wissen- schaftliche Konsens ableiten, dass regelmässige körperliche Bewegung die Le- benserwartung im Alter um mehrere Jahre erhöht. Die Morbidität älterer Menschen sinkt deutlich und verlängert die Selbständigkeit im Alter. Neben diesen direkt gesundheitlichen Effekten sind die positiven Wirkungen auf das Wohlbefinden, die Leistungsfähigkeit und die Lebensqualität von Bedeutung.

Das Netzwerk «Gesundheit und Bewegung Schweiz» ^
Das Netzwerk «Gesundheit und Bewegung Schweiz» hepa ist ein loser Zusam- menschluss von Organisationen, die sich einerseits mit Gesundheitsförderung, und Prävention, andererseits mit nachhaltiger Mobilität (zum Beispiel IgVelo, Fussverkehr Schweiz) befassen. Das Netzwerk setzt sich im Sinne der gemein- sam mit dem Bundesamt für Sport (BASPO) und dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) herausgegebenen Bewegungsempfehlungen ein. Das Netzwerk bietet seinen Mitglieder und weiteren Interessierten eine Reihe von Dienstleistungen an wie Informationen (Folienset, Infotafeln für Ausstellungen) und Statistiken; Beratung in der Entwicklung, Durchführung und Evaluation von Bewegungsför- derungsinterventionen und Breitensportaktivitäten; Vermittlung von Instrumenten zur Erfassung des Bewegungsverhaltens und Beratung in deren Anwendung: Vermittlung von Instrumenten zur Erfassung von Fitness und Beratung in deren Anwendung, inklusive Walking-Test. Die AefU sind Mitglied des Netzwerks.

Die Bewegungsberatung in der ärztlichen Sprechstunde ^
Vor allem die angelsächsische Literatur belegt, dass Interventionen für mehr Bewegung in der Sprechstunde effektiv sind (Literaturliste über AefU-Sekretariat erhältlich). Die Pilotstudie «Vom Rat zur Tat» des Bundesamts für Sport konnte die Akzeptanz der Bewegungsberatung in der ärztlichen Sprechstunde bei ÄrztInnen und PatientInnen zeigen. Die AefU ist selbst Träger zweie Pilotprojekte der Bewegungsberatung in der ärztlichen Praxis:

Das Projekt «Leben in Bewegung» bot den mitmachenden Praxen Unterlagen für eine strukturierte, periodische Bewegungsberatung mit Evaluation an. Ver- schiedene Informationsmaterialien wie ein Wartzimmerplakat, Terminkärtchen mit Bewegungstext, Faltblatt , Patienteninformationsblätter und Bewegungsre- zeptur unterstützten diese Beratung. 26 PatientInnen mit einer Beratungsdauer von 9,5 ± 3,6 Monate konnten nachbefragt werden (follow up nach der Beratung: 14 ± 4 Monate). Dabei kam es bei 50% der Beratenen zu einer anhaltenden Steigerung der regelmässigen Bewegung, insbesondere im Alltag. Im Schluss- bericht ist der Projektablauf und die Evaluation dokumentiert. Das Wartzimmer- plakat und Terminkärtchen mit Bewegungstext können beim AefU-Sekretariat bestellt werden.

Das Projekt «gesund bewegt» der AefU-Sektion beider Basel wurde 2003 lanciert. Mit dem Projekt soll ein Modell getestet werden, das Inaktive systematisch erfasst und sie über die Arztpraxis einer Bewegungsberatung durch ausgebildete Ärzte bzw. PhysiotherapeutInnen zuführt. Ein weiteres Projekt - «besser z’fuess» - der AefU-Sektion Solothurn bietet Terminkärtchen mit integriertem Plan, wie die Praxis zu Fuss, mit dem Velo oder mit dem öffentlichen Verkehr erreicht werden kann. In Solothurn und Olten benützen rund 40 Praxen diese Terminkärtchen. Diese Terminkärtchen sind weiterhin erhältlich.